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Über Schlafsäcke, Isomatten, große Rucksäcke und Zelte freuen wir uns sehr!

Wir haben in ganz Köln und Umgebung HelferInnen, sie nehmen gerne Eure Spenden an. Bitte schreibt uns eine PN und wir stellen den Kontakt her.

Vielen vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Sicherlich haben auch Sie sich schon einmal gefragt, wie kommt es zu Obdachlosigkeit? Muss in diesem Land ein Mensch wirklich auf der Straße leben? Welche Geschichten stehen hinter diesen Menschen?

Unseren Gästen ist es daher sehr wichtig, Ihnen einen Einblick in das Thema „Wohnungslosigkeit“ zu geben. Insbesondere aber möchten sie die Gelegenheit nutzen, sich durch diesen Beitrag bei allen Spendern, Mitgliedern oder anderweitig Helfenden ganz herzlich zu bedanken.

Obdachlosigkeit ist kein neues Phänomen. Es trat bereits in früheren Jahrhunderten auf und zunehmend seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert mit der Entstehung eines freien Arbeitsmarktes. Die Betroffenen wurden damals und bis ins 20. Jahrhundert hinein in Arbeitshäuser gesteckt oder kurzerhand aus den Städten vertrieben. Später wurden sie von den Nationalsozialisten verrufen als ,,arbeitsscheue Nichtsesshafte“. Tausende ließen ihr Leben in Konzentrationslagern.

Auch heute noch leben in den meisten westlichen Industrieländern viele Obdachlose. Man trifft auf sie gehäuft in den Armutsgebieten der Großstädte. Dabei ist Wohnungsnot kein Phänomen, das sich auf die Ballungsräume beschränkt. Dies belegt eine Studie des Kreises Gießen, welche ergab, dass in den kreisangehörigen Gemeinden durchschnittlich mehr Wohnungsräumungen stattfinden als in der Stadt selbst. Der am häufigsten ermittelte Grund für die Wohnungsräumungen sind Mietschulden aufgrund fehlender eigener Geldmittel. Die Anzahl der Mietschuldner wächst beständig.

Dies ist auch kaum verwunderlich angesichts der hohen Preise auf dem Wohnungsmarkt. Sie sind in den letzten Jahren von den Vermietern immer weiter in die Höhe getrieben worden. Gerade in Großstädten ist der Wohnraum sehr teuer und äußerst knapp bemessen. Insbesondere fehlt es an adäquatem Wohnraum im 1- bis 2-, und 4- Zimmer-Bereich. Hier kommt es zu Engpässen. Außerdem lässt sich von einer Fehlbelegung sprechen. Der Staat förderte dereinst den Bau von Wohnungen mit 2 bis 3 Zimmern, verfehlte damit aber den Markt. Sie stehen heute zu erstaunlich großen Mengen leer.

,,Wohnraumproblematik bildet oft den erstaunlichen Auftakt zur Verarmung: Wohnungsnot betrifft zuerst gesellschaftliche Randgruppen und einkommensschwache Schichten – darüber hinaus aber zunehmend einen wachsenden Teil der Gesamtbevölkerung.“

Die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt trägt ihren Teil zur Situation bei. Für Langzeitarbeitslose ist es schwierig die Miete aufzubringen und dadurch ist es schwer die Wohnung auf lange Sicht zu halten. Auch die staatliche Unterstützung durch Arbeitslosengeld und Sozialhilfe reicht hier oft nicht mehr aus.

,,Häufig treffen Arbeitslosigkeit, Verschuldung und zu wenig bezahlbarer Wohnraum zusammen mit individuellen Ursachen wie Kindheitstraumata, Alkohol- und Drogenkonsum, Ehekrisen, Einsamkeit und fehlender sozialer Unterstützung durch Freunde und Familie. Oft kommen noch juristische und polizeiliche Komplikationen hinzu und der Schritt auf die Straße ist nicht mehr weit.“

Meist verläuft der Weg in die Obdachlosigkeit in etwa so: Der Vermieter reicht aufgrund von Mietrückständen eine Räumungsklage beim Gericht ein, woraufhin es zur Verhandlung und anschließend zur Zwangsräumung kommt. Dem obdachlos Gewordenen wird eine Notunterkunft von der Stadt zugewiesen.

Hat man einmal seine Wohnung verloren, stößt man wegen der angespannten Wohnungsmarktsituation auf Schwierigkeiten wieder einen Wohnplatz zu finden. Die Vermieter suchen ,,verlässliche“ Mieter, sie haben Vorurteile gegenüber den Obdachlosen, und scheuen sich ihre Wohnungen gerade an sie zu vermieten. Hat ein Obdachloser dazu noch einen Hund ist es für ihn nahezu unmöglich.

Die Ursachen für Obdachlosigkeit sind vielfältig. In den seltensten Fällen aber steckt bloße Faulheit der Betroffenen dahinter. Es kann jeden treffen. Jeder Mensch kommt in seinem Leben in Situationen, in denen es ihm zumindest zeitweise nicht mehr gelingt dem enormen Leistungsdruck, der gerade in der heutigen Zeit in unserer Gesellschaft auf das Individuum ausgeübt wird, standzuhalten. Individuelle Probleme wie fehlende berufliche Qualifikation, finanzielle Schwierigkeiten und Schulden, Krankheit, Scheidung, Drogen oder Haftstrafen können dann zum Auslöser eines sozialen Abstiegs werden. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes oder bei Jugendlichen die Kündigung der Lehrstelle kann dazu führen. Entscheidend ist, wie man persönlich gelernt hat mit diesen Problemen umzugehen. Hält man ihnen nicht stand und hat man kein stabiles soziales Umfeld, das einen auffängt, kann man schnell in einen gefährlichen Abwärtsstrudel geraten. Deshalb sind vor allem alleinstehende Personen betroffen. (Quelle: Nothilfe Mensch e. V.)